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German Angst vor dem Daten-Schreckgespenst

German Angst

Deutsche Verbraucher stehen Dynamic Pricing oftmals misstrauisch gegenüber. Sie befürchten, höhere Preise bezahlen zu müssen. Dabei bietet die dynamische Preisgestaltung Verbrauchern vielmehr die Möglichkeit, bares Geld zu sparen.

Es geht ein Geist um in der deutschen E-Commerce-Landschaft: die German Angst vorm Dynamic Pricing. Schon häufig hat die Furcht der Deutschen vor politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die an den bestehenden Verhältnissen etwas zum Schlechteren verändern könnten, um sich gegriffen.

Warum so ängstlich?

Beim Dynamic Pricing berechnen Algorithmen die Preise automatisch anhand verschiedener Faktoren wie Angebot und Nachfrage oder der Preise der Konkurrenz. Kostete die Designer-Jeans beim Online-Händler gestern noch 100 Euro, beträgt der Preis heute auf einmal das Doppelte. Da die Auslöser und Einflussfaktoren, die hinter den Preisschwankungen stehen, für Verbraucher nicht nachvollziehbar sind, stehen sie dem Dynamic Pricing oftmals misstrauisch gegenüber und haben Angst, zu viel für etwas zu bezahlen.

Verbraucher können vom Dynamic Pricing profitieren

Dabei ist das Dynamic Pricing, bei dem sich Preise alle paar Tage und teilweise sogar mehrmals am Tag ändern, in einigen Bereichen bereits seit Jahren gang und gäbe. Zahlt man am Montagmorgen oder zu Schulferienbeginn für das Benzin 1,50 Euro den Liter, sind es an einem ganz normalen Mittwochabend nur noch 1,35 Euro. Auch die Preise für Flugreisen und Hotelbuchungen ändern sich stetig, abhängig von Uhrzeit und Wochentag. Wer frühzeitig bucht, kann häufig mit satten Rabatten rechnen.

Diese Beispiele zeigen aber auch eines sehr deutlich: Dynamic Pricing muss für Verbraucher nicht unbedingt bedeuten, dass sie mehr bezahlen. Sie können gleichermaßen auch von niedrigeren Preisen profitieren. Das Dynamic Pricing eröffnet damit preissensiblen Verbrauchern die Möglichkeit, bares Geld zu sparen. Denn wer die Preisentwicklung aufmerksam beobachtet und im richtigen Moment kauft, erwirbt ein Produkt in vielen Fällen um einiges günstiger als ein Spontankäufer.

Zahlungsbereitschaft als Faktor für Dynamic Pricing

Besonders jüngere Verbraucher haben diese Möglichkeit erkannt und nutzen sie zu ihren Gunsten. Sie vergleichen aufmerksam Preise verschiedener Händler für ein Produkt, auch mithilfe von Vergleichsportalen, und treffen dann erst ihre Kaufentscheidung. So ist die Akzeptanz für das Dynamic Pricing in der Altersgruppe der 18- bis 40-Jährigen mit über 70 Prozent besonders ausgeprägt. Zu diesem Ergebnis kam im Dezember 2018 eine Befragung im Auftrag der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Diese Verbraucher haben verstanden, dass das Dynamic Pricing ihnen auch mehr Macht beschert. Denn wie bereits angesprochen berechnen die Algorithmen Preise auch nach Angebot und Nachfrage sowie nach den Preisen der Konkurrenz. Wenn also ein Produkt bei einem Wettbewerber günstiger ist und im Zuge dessen eine hohen Absatz findet, fließt dies in die Preisgestaltung mit ein. Durch ihre Zahlungsbereitschaft bestimmen Verbraucher die Preise somit letztlich indirekt mit.

Kein Dynamic Pricing ist auch keine Lösung

Angesichts der Praxis von Online-Riesen wie Amazon, Zalando und Otto, die für manche Artikel teilweise sogar mehrmals täglich die Preise anpassen, gibt es für Händler keine Alternative dazu, nicht ebenfalls Dynamic Pricing zu betreiben. Denn sonst haben sie auf lange Sicht im Wettbewerb mit den großen Playern des E-Commerce keine Chance.

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